Für eine moralische Uni


Wir setzen uns für eine Zivilklausel, d.h. einen in der Grundordnung der Uni festgeschriebenen Passus, dass sämtliche Forschungsprojekte ausschließlich zivilen Zwecken dienen müssen, ein. Die Durchführung von Lehrveranstaltungen und Vorträgen durch Bundeswehrangehörige oder kriegsbefürwortende Institutionen in den Räumen der Universität und im Rahmen des Curriculums ist abzulehnen.

Zahlreiche Hochschulen in ganz Deutschland haben eine solche Klausel bereits in ihrer Grundordnung verankert und damit gute Erfahrungen gemacht. Finanzielle Förderung durch Drittmittel muss ebenso wie die Vergabe von Honorar- und Stiftungsprofessuren transparent und im Vorfeld öffentlich diskutier- und bewertbar sein. Die gezielte militärische Forschung hat an zivilen Hochschulen keinen Platz!

Wir fordern ein nicht übertragbares Zweitveröffentlichungsrecht für WissenschaftlerInnen, damit deren Erkenntnisse für alle ForscherInnen und StudentInnen zur Verfügung stehen und nicht nur in  Fachzeitschriften zu finden sind. Der Zugang zu Wissen ist die Voraussetzung, um an der wissenschaftlichen Debatte teilnehmen zu können. Wir wollen uns daher für einen Ausbau der Nutzung von Open-Access-Plattformen an der Uni einsetzen.

Ein konsequenter Datenschutz beim Übergang des aktuellen Campus-Management-Systems zum neuen HISinOne muss ebenso gewährleistet sein wie beim generellen Umgang mit studentischen Daten, z.B. beim Studierendenausweis und beim Aushang von Prüfungsergebnissen. Sämtlichen Plänen zur Videoüberwachung an der Hochschule treten wir entschieden entgegen.

Wir sprechen uns gegen jede Form von Forschungsprofessuren ohne Lehrverpflichtung aus und bekennen uns damit nachdrücklich für die Einheit von Forschung und Lehre. Beide Teile des Ganzen profitieren voneinander und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, wie es die Hochschulleitung und der Wissenschaftsminister zurzeit versuchen.

Wir lehnen die ausschließliche Finanzierung von Forschungsprojekten, Lehrstühlen und Räumlichkeiten der Universität durch nicht-staatliche Dritte ab. Die Grundfinanzierung der Hochschulen muss durch den Staat auf einem hohen Niveau gewährleistet werden, sodass Drittmittel nicht dazu verwendet werden müssen, den Betrieb in Forschung und Lehre aufrechtzuerhalten. Unternehmen dürfen keinen Einfluss auf die Forschung und Lehre an Universitäten nehmen können, indem sie finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Ebenso lehnen wir den Einfluss kirchlicher Institutionen auf die Besetzung von Lehrstühlen ab. Die Universität soll eine parteipolitisch und weltanschaulich neutrale Position einnehmen.

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