Im kommenden Sprachrohr beschäftigt sich die Kategorie “nachgefragt” mit dem Thema einer Zivilklausel, hier der Beitrag der GHG:
„Mit den Waffen des Geistes – gegen den Geist der Waffen!“
Nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Demilitarisierung aller Bereiche des öffentlichen Lebens Konsens, d. h.die Ausschaltung der tief verwurzelten Strukturen des Befehl und Gehorsam. Es ging um einen radikalen Bruch mit der militaristischen Vergangenheit und um den Aufbau einer neuen, demokratischen Gesellschaft.
An zahlreichen deutschen Universitäten wird gegenwärtig über die Einführung sogenannter Zivilklauseln diskutiert. An der Goethe-Universität Frankfurt sprachen sich in einer Urabstimmung über 75% der Studierenden dafür aus, dass Lehre, Forschung und Studium zivilen und friedlichen Zwecken dienen.
Forschung im Auftrag des Verteidigungsministeriums und ist ebenso wie Forschung an Rüstungsgütern abzulehnen und widerspricht jeder Zivilklausel. Finanzielle Förderung muss ebenso wie die Vergabe von Honorar- und Stiftungsprofessuren im Vorfeld öffentlich diskutierbar und transparent sein. Die Durchführung von Lehrveranstaltungen und Vorträgen durch Bundeswehrbedienstete und aktive Reservisten in den Räumen der Universität und im Rahmen des Curriculums ist abzulehnen.
Manche fürchten um die Forschungsfreiheit, hierbei ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die im Grundgesetz festgeschriebene Wissenschaftsfreiheit eine Konsequenz aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus ist. So sollte die Wissenschaft vor dem Eingriff des Staates und dem Einfluss durch die Rüstungsindustrie hinsichtlich der Vorbereitung künftiger Kriege geschützt werden. Seit einigen Jahren ist eine Tendenz an deutschen Hochschulen zu beobachten, bei der die Freiheit der Wissenschaft in ihr Gegenteil verkehrt wird. Die zunehmende Abhängigkeit der Forschung von privaten Geldgebern führt dazu, dass nur erforscht werden soll, was als potentiell profitabel erscheint.
Wir sprechen uns deswegen nachdrücklich für die Einführung einer strengen Zivilklausel, die ein wirksames Mittel ist, die Freiheit von Forschung und Lehre vor äußerer Einflussnahme zu schützen, an der Uni Würzburg aus und werden uns in den Organen der Studierendenvertretung und Universität dafür einsetzen.